Am 17. November traten in der BAR am Funkeneck Zeichner_innen gegeneinander an.
Jürgen Schickinger fasst das in seinem Artiekl für die Badische Zeitung ziemlich gut in Worte:
„An die Stifte, fertig, los: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Illu Freiburg traten Zeichnerteams in einem Live Battle gegeneinander an und wurden vom Publikum bewertet.
Triumph der Todsünde. Sie setzt sich beim Publikum der „Illu Live Battle“ gegen Veganismus und andere Themenvorschläge durch. Zwei Zeichenteams haben nun je 30 Minuten Zeit, in der vollen Bar am Freiburger Funkeneck todsündige Ideen bildlich auf Papier oder Leinwand zu bringen. „Fünf-vier-drei-zwei-eins Bäm!“, gibt Tilmann Waldvogel verbal den Startschuss. Am Ende, so der Moderator, sollen die Besucher einen Sieger küren, durch „Applaus oder dem Gegenteil davon.“ (…) Ohne Voranmeldung tragen sich Zeichnerinnen und Zeichner, die teilnehmen wollen, vor der Battle in eine Liste ein. Dann müssen sie liefern – mit Markern, Kohle und Acrylfarbe unter Zeitdruck vor Publikum. Das steuert jede Runde neue Motive bei und bewertet die Ergebnisse. Alle Interaktionen erfolgen direkt und analog. Janine Rothmeier aus dem späteren Siegerteam findet gut, einmal abseits von Portfolios und Ausstellungen in Echtzeit zeigen zu können, „dass man etwas drauf hat.“
Mampfende Elche im Doppelbett
Zur Todsünde präsentiert ein Zeichnertrio fristgerecht zwei Elche im Doppelbett. Mampfend, Essensreste um sich herum, Teller auf den Kugelbäuchen. Völlerei! Das andere Team hat geklotzt: Auf ihrer Zeichnung vollführen einige Menschen allerlei sündiges Treiben. Die Elche bekommen mehr Applaus. Die Zuschauer feiern das Spektakel. Die Stimmung ist prächtig, die Bar am Funkeneck voll.
„Mit so großem Andrang hatten wir nicht gerechnet“, sagt Waldvogel. Längst sind alle Stühle besetzt. Stehpublikum verstellt den Blick auf die niedrige Bühne – aufs Livezeichnen. Nur in den ersten Reihen ist hörbar, wie Marker übers Papier knarzen und zu sehen, wie Stifte, Pinsel und Finger teils gleichzeitig Spuren auf einer Unterlage ziehen. Was einzelne Zeichner drauf haben, lässt sich schwer erkennen in den Teams. Auch sie sind Folge des überraschenden Erfolgs: Elf jüngere und erfahrene Zeichnerinnen und Zeichnern haben gemeldet – weit mehr als erwartet. Das Teamwork erhöht aber den allgemeinen Spaßfaktor. Als Wettstreit sei der Abend eh nur bedingt ernst gemeint, sagt Waldvogel vom Illu Verein. (…)
Im Laufe der Zeit kommen Details und Farbe ins Bild
Bei der Auftaktrunde der Live Battle unterliegen „Feierabend“, Impfzwang“ und „5G“ gegenüber „Affen und Kühlschränke“. Für das Thema haben Team drei und vier eine Stunde. „Ihr könnt sogar Skizzen machen“, meint Waldvogel. In Runde zwei bleibt ihnen eine halbe Stunde, für die dritte nur noch eine viertel. Umgekehrt – 15, 30 und 60 Minuten – verlängert sich die Schöpfungsphase für Team eins und zwei, die sich in einer Zwischenrunde mit der Todsünde befassen. Sinn der Verschachtelung: Je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto mehr Farbe und mehr Details kommen ins Bild. Am Ende haben zwei Teams gleich viele Siegespunkte gesammelt. Eine kurzfristig angesetzte „finale Tageslichtprojektor Battle“ entscheiden Marie-Elisa Niemann und Janine Rothmeier für sich. (…)